Minus 5 Grad und Glatteis – Warum der Winter die schlimmste Erfindung der Natur ist
Minus 5 Grad und Glatteis – Warum der Winter die schlimmste Erfindung der Natur ist
Stell dir vor, du wachst morgens auf. Es ist dunkel. Du schaust auf dein Handy: 6:30 Uhr. Es ist immer noch dunkel. Du stehst auf, gehst zum Fenster – und da liegt er: Schnee. Überall. Auf deinem Auto. Auf der Straße. Auf deiner Laune.
Willkommen im Winter. Willkommen in der Jahreszeit, die niemand braucht, aber alle ertragen müssen. Willkommen in meiner persönlichen Hölle. Ich weiß nicht, wer sich den Winter ausgedacht hat. Welcher kosmische Sadist auf die Idee kam, dass es eine gute Idee wäre, die Welt für mehrere Monate in eine Tiefkühltruhe zu verwandeln. Aber jeden Tag aufs Neue frage ich mich: Warum? Warum muss das sein?Das Winter-Problem: Wenn Physik zur Folter wird
Fangen wir mal mit den Grundlagen an. Winter bedeutet Kälte. Kälte bedeutet Eis. Eis bedeutet, dass Wasser fest wird und sich auf jede verfügbare Oberfläche legt. Straßen, Gehwege, Autoscheiben – nichts ist sicher.
Und ich? Ich bin dieses Jahr bereits fünf Mal ausgerutscht und hingefallen. Fünf Mal. FÜNF MAL. Das sind im Durchschnitt zwei Stürze pro Monat seit November. Zwei Mal pro Monat, in denen ich kurz denke: "Das war's, jetzt ist es vorbei" – nur um dann auf meinem Hintern zu landen, komplett durchnässt, mit verletztem Ego und schmerzenden Knochen. Aber das Schlimmste? Es ist immer an den dümmsten Stellen. Nicht auf einer offensichtlichen Eisfläche. Nein, auf diesem einen kleinen, unscheinbaren Fleckchen Glatteis, das man nicht sieht, weil es von Schnee verdeckt ist. Dieses eine Fleckchen, das nur darauf wartet, dich zu Fall zu bringen.Der Morgen-Albtraum: Das gefrorene Auto
Und dann ist da noch mein Auto. Mein armes, gefrorenes Auto.
Jeden Morgen das gleiche Ritual: Rausgehen, Eiskratzer in der Hand, bereit für den Kampf. Und dann kratze ich. Und kratze. Und kratze. Die Windschutzscheibe ist eine einzige Eisfläche. Die Seitenscheiben sind zugefroren. Die Rückspiegel sind nicht zu erkennen. Selbst die Türgriffe sind manchmal so vereist, dass ich sie kaum aufbekomme. Dieses Jahr habe ich das schon mehrmals durchgemacht. Mehrmals morgens 15 Minuten früher aufstehen müssen, nur um mein Auto wieder fahrtauglich zu machen. 15 Minuten, in denen ich in der Kälte stehe, meine Finger langsam taub werden, und ich mich frage: Warum? Warum lebe ich in einem Land, wo das normal ist? Manche Leute haben beheizte Garagen. Manche haben Standheizungen. Ich habe einen Parkplatz und einen Eiskratzer. Willkommen in der Realität.Die Finger-Apokalypse: Wenn Einkaufen zur Qual wird
Aber das absolut Schlimmste, das wirkliche Worst-Case-Szenario meines Winter-Alltags, sind meine Finger.
Es reicht schon, kurz einkaufen zu gehen. Zehn Minuten. Zehn verdammte Minuten draußen – und meine Finger sind Eiszapfen. Ich komme wieder rein, in die warme Wohnung, und dann beginnt die Hölle. Kennst du dieses Gefühl, wenn deine Finger wieder auftauen? Dieses brennende, stechende, unerträgliche Gefühl? Als würde jemand tausend kleine Nadeln in deine Fingerspitzen stechen? Ich schreie dann innerlich. Manchmal auch äußerlich. Es tut so höllisch weh, dass ich nicht weiß, wohin mit meinen Händen. Ich halte sie unter warmes Wasser – zu heiß, die Schmerzen werden schlimmer. Unter kaltes Wasser – hilft auch nicht. Ich reibe sie – noch schlimmer. Es gibt keine Lösung. Ich muss einfach warten, bis das Martyrium vorbei ist.Die Ausrüstungs-Frage: Zu faul, zu geizig
Jetzt denkst du wahrscheinlich: "Janik, kauf dir doch einfach Handschuhe. Und einen Schal. Und eine Mütze."
Und ja, du hast recht. Das wäre die logische Lösung. Aber hier kommt das Problem: Ich bin zu faul. Und zu geizig. Zu faul, um extra zum Laden zu fahren und mir diese Sachen zu kaufen. Zu geizig, um Geld für Klamotten auszugeben, die ich nur drei Monate im Jahr trage. Zu stur, um zuzugeben, dass ich sie vielleicht doch brauche. Es ist ein Teufelskreis: Ich friere, ich ärgere mich, ich denke "Ich sollte mir wirklich Handschuhe kaufen" – und dann vergesse ich es wieder, bis ich das nächste Mal friere.Die Winter-Depression: Warum ich den Winter hasse
Ich hasse den Winter. Ich hasse ihn so sehr, dass ich mir keine schlimmere Jahreszeit vorstellen kann. Und ich meine das ernst.
Sommer? Warm, sonnig, lange Tage. Perfekt. Frühling? Alles blüht, die Natur erwacht. Schön. Herbst? Bunte Blätter, angenehme Temperaturen. Geht klar. Winter? Kälte, Dunkelheit, Schnee, Eis, Matsch. Die komplette Katastrophe. Ich verstehe nicht, wie Menschen den Winter mögen können. "Ach, aber Schnee ist doch so schön!" Nein. Nein, ist er nicht. Schnee ist nass, kalt und rutschig. Schnee bedeutet Chaos im Straßenverkehr. Schnee bedeutet, dass ich mein Auto freikratzen muss. Schnee bedeutet, dass ich ausrutsche. "Aber Weihnachten! Die gemütliche Atmosphäre!" Weihnachten könnte auch im Juli stattfinden. Die gemütliche Atmosphäre habe ich auch ohne minus 10 Grad draußen.Die Dunkelheit des Grauens
Und dann ist da noch die Dunkelheit. Es wird um 16 Uhr dunkel. SECHZEHN UHR. Das ist mitten am Tag. Das ist, wenn normale Menschen noch arbeiten, noch produktiv sein sollten.
Aber nein, der Winter sagt: "Ab 16 Uhr ist Feierabend. Für die Sonne zumindest." Ich stehe morgens auf – es ist dunkel. Ich komme von der Arbeit nach Hause – es ist dunkel. Ich sehe die Sonne vielleicht zwei Stunden am Tag, wenn überhaupt. Das ist nicht normal. Das ist Depression in Jahreszeiten-Form.Die Schnee-Romantik-Lüge: Instagram vs. Realität
Auf Instagram ist der Winter wunderschön. Perfekte Schneebilder, gemütliche Winterlandschaften, dampfende Tassen heißer Schokolade vor Kaminfeuer.
Aber das ist eine Lüge. Eine große, weiße, verschneite Lüge. Die Realität sieht so aus:- Matschige Schnee-Haufen auf dem Gehweg, die aussehen wie schmutziger Slush
- Salz-Spuren auf den Schuhen, die alles versauen
- Nasse Socken, weil der Schnee in die Schuhe gerutscht ist
- Autos, die mit braunem Schneematsch bedeckt sind
- Gehwege, die zur Eisbahn werden, sobald es über Null Grad wird und dann wieder friert
Die Kleidungs-Katastrophe
Und dann die Klamotten. Im Sommer brauchst du: T-Shirt, kurze Hose. Fertig.
Im Winter brauchst du: Unterhose, lange Unterhose, Hose, dicke Socken, T-Shirt, Pullover, Jacke, Schal, Mütze, Handschuhe. Und wenn du dann in einem beheizten Gebäude ankommst? Schweißgebadet, weil du wie eine Zwiebel angezogen bist. Und wenn du etwas davon vergisst? Erfroren. Es gibt keine Gewinner im Winter. Nur Überlebende.Was der Winter mit mir macht
Jeden Tag wache ich auf und denke: "Bitte, lass es vorbei sein. Bitte, lass den Winter endlich vorbei sein."
Aber nein. Der Winter bleibt. Gnadenlos. Erbarmungslos. Kalt. Es macht mich müde. Es macht mich gereizt. Es macht mich zu einem Menschen, der morgens schon schlechte Laune hat, nur weil er nach draußen schauen muss. Ich bin normalerweise ein positiver Mensch. Aber der Winter? Der Winter bringt das Schlimmste in mir hervor. Der Winter macht mich zu jemandem, der innerlich schreit, wenn seine Finger wieder auftauen.Der Kreislauf des Leidens
Und das Schlimmste: Es ist jedes Jahr das Gleiche. Jedes Jahr denke ich im November: "Oh nein, jetzt fängt es wieder an." Jedes Jahr im Dezember: "Es wird noch schlimmer." Jedes Jahr im Januar: "Wann hört das endlich auf?" Jedes Jahr im Februar: "Ich halte das nicht mehr aus."
Und dann kommt der März, und ich denke: "Noch ein paar Wochen." Und dann April: "Fast geschafft." Und dann Mai: "ENDLICH." Nur um dann im November festzustellen: Der Zyklus beginnt von vorne.Ein Appell an... wen eigentlich?
Normalerweise würde ich hier einen Appell schreiben. "Bitte, seid vorsichtig im Winter" oder "Denkt an eure Mitmenschen" oder so.
Aber an wen soll ich appellieren? An die Natur? "Liebe Natur, bitte hör auf mit dem Winter-Quatsch?" An den Klimawandel? "Lieber Klimawandel, mach mal bisschen schneller, aber nur beim Winter?" Nein. Es gibt hier keinen Appell. Nur Resignation. Und die Hoffnung, dass der Frühling bald kommt.Die einzige Lösung
Die einzige echte Lösung wäre: Auswandern. Irgendwohin, wo es keinen Winter gibt. Spanien. Portugal. Kanarische Inseln. Irgendwo, wo die kälteste Temperatur 15 Grad ist.
Aber nein, ich bleibe hier. In Deutschland. In Mecklenburg-Vorpommern. Wo der Winter nicht nur kalt ist, sondern auch noch windig. Weil ich offensichtlich ein Masochist bin.Schlusswort: Noch 2 Monate
Am Ende geht es nicht nur um den Winter. Es geht um Überleben. Es geht um die Frage: Wie viele Ausrutscher muss man ertragen? Wie oft muss man sein Auto freikratzen? Wie oft müssen die Finger schmerzen, bis man endlich kapituliert und sich Handschuhe kauft?
Ich weiß nicht, was ich mir wünsche. Okay, doch: Dass der Winter vorbei geht. Dass die Sonne wieder scheint. Dass ich morgens aufwachen kann, ohne dass mein erster Gedanke ist: "Fuck, es ist kalt." Bis dahin ertrage ich es. Jeden Tag. Mit jedem Ausrutscher. Mit jedem gefrorenen Finger. Mit jedem vereisten Auto. Und mit der festen Überzeugung: Der Winter ist die schlimmste Jahreszeit. Punkt. *PS: Falls ihr das nächste Mal jemanden seht, der im Winter ohne Handschuhe rumläuft und sich die Finger reibt – das bin wahrscheinlich ich. Und nein, ich habe immer noch keine Handschuhe gekauft. Aber ich denke darüber nach. Vielleicht.*Der Winter ist wie ein ungebetener Gast, der viel zu lange bleibt.
Schnee ist nur gefrorenes Wasser mit PR-Abteilung.
Ich hasse den Winter. Habe ich das schon erwähnt?